Der wunderschöne klare Sternenhimmel – Nachtfotografie erklärt

Tal in den Alpen

Mit der Gondel ging es am frühen Abend hoch ins Skigebiet. Ein paar Lichter des Bergdorfes waren von Weitem schon zu sehen. Eiskalt war es, kein Schnee lag im Tal. Allen Menschen in der Gondel konnte man die stille Freude auf Urlaub im Schnee im Gesicht ablesen.

Die Gondel wurde langsamer. Rechts schaute ich heraus und sah all die schön weihnachtlich geschmückten Chalets im Schnee leuchten. Manche Fenster strahlten vom Wohnzimmerlicht. Ab und an hörte man freudige Rufe von Kindern, die im Schnee mit ihren Schlitten spielten. Über den Hütten und Tannenwipfeln funkelten einige Sterne.

Angekommen in den Bergen! Der Skiurlaub kann beginnen!

Nachdem wir all’ unser Gepäck in dem Chalet verstaut hatten, nahm ich direkt meine Kamera und mein Stativ in die Hand und wusste: Dies ist die perfekte Nacht für Sternenfotografie!

Alpenpanorama mit Orion
Alpennachtpanorama mit einem Teil der Sternbildes Orion oben im Bild | Blende 1.8, ISO 1000, 6 Sek. | (c) voyas.net

Es war ein klarer Abend. Später in der Nacht werden sich bestimmt Wolken bilden und über die Bergkette ziehen.

Sternenhimmel Alpen mit Orion
Milliarden Sterne | bearbeitet auf dem Handy in der App Snapseed

Wenn man den richtigen Moment sieht, dann sollte man ihn auch ergreifen. Denn 20 Minuten später gab es ihn nicht mehr.

Auf dem Balkon richtete ich also meine Kamera auf das Alpenpanorama. Ich habe sie in den Liveview Modus und den Fokus in der Kamera und am Objektiv auf manuell gestellt sowie die Bildstabilisierung des Objektivs ausgeschaltet. So konnte ich die Sterne manuell scharfstellen. Du kannst dich an dem angezeigten Schärfebereich auf dem Objektiv (sofern deins eine solche Anzeige hat) orientieren. Dort sollte der Schärfebereich bei dem Unendlichkeitszeichen ∞ liegen.

Pass darauf auf, dass dein Stativ sich nicht bewegt, auch nicht leicht! Ich habe mich beispielsweise während einer Aufnahme auf dem Balkon bewegt und es kamen direkt Verwacklungen hinein.

Tipp: Du kannst zum Beispiel einen gefüllten Rucksack an die Mittelstange des Stativs hängen, um es stabiler zu machen.

Je nach Umgebungshelligkeit musst du ISO, Belichtungszeit und Blende anpassen. Die Belichtungszeit lag bei mir nie über 15 Sekunden (da sich dann die Sterne anfangen “zu bewegen”), in den Beispielfotos bei 6-8 Sekunden. So konnte ich viele Sterne und auch das reflektierte Licht der Berge einfangen. Ich habe versucht, den ISO-Wert tief zu halten um das Rauschen im Bild so weit wie möglich zu unterdrücken. Trotzdem lag er bei ungefähr 800-1000. Die Blende war auf 1.8 eingestellt, was bei meinem 35mm Objektiv (an einer Vollformatkamera) sehr gut war. Man versucht, die Blende so offen wie möglich zu halten, um so viel Licht wie möglich hineinzulassen. Dabei gilt: umso niedriger die Blendenzahl, desto mehr Licht kommt zum Sensor.

Die Fotos sind zu verschiedenen Tageszeiten und an unterschiedlichen Tagen aufgenommen worden. Deshalb unterscheiden sich die Farben.

Tipp: In deinem Fotobearbeitungsprogramm kannst du die Helligkeit hochregeln und den Kontrast verstärken. Dies zieht den Grauschleier vom Bild und lässt die einzelnen Sterne strahlen. In Lightroom gibt es den Regler “Dunst entfernen”, den du für den selben Effekt auch nutzen kannst.

Viel Spaß beim Reisen und Sterne Fotografieren!
Falls ihr noch ein paar Ideen und Inspiration für die Komposition eurer Bilder braucht, guckt gerne in unserer Sternekollektion auf Unsplash vorbei.

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